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Fuerteventura Road Trip: In 2 Tagen um die Insel

Während meines einmonatigen Arbeitsaufenhaltes auf Fuerteventura habe ich mir die Möglichkeit einer Inseltour natürlich nicht entgehen lassen. Zum Glück war meine Freundin Sarah ein paar Wochen da, so dass wir kurzerhand einfach gemeinsam los gedüst sind. 

Unsere Reiseroute durch Fuerteventura

Die Hauptziele der Insel liegen im Norden, als auch im Süden, weshalb ein Insel Rundtrip lohnt. Da die Entfernungen nicht sehr groß sind, ist es generell möglich die Insel in fast 1 Tag komplett zu umrunden. Wir haben uns natürlich etwas mehr Zeit gelassen, um nicht hetzen zu müssen. Es gibt nur ein paar Hand voll Straßen, von Süd nach Nord genau genommen nur zwei.

Unser Startpunkt war Esquinzo, weit im Süden der Insel.Wir planten den Weg über die Berge auf der westlichen Seite bis in den Norden nach El Cotillo. Dort wollten wir übernachten und am nächsten Tag über Corralejo auf der östlichen Seite der Insel zurück fahren bis hinunter nach Cofete.

Betancuria

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Der Hunger lies uns zuerst in Betancuria halten. Was wir keinesfalls bereut haben. Ganz im Gegenteil, denn wir haben einen kleinen beschaulichen Innenhof entdeckt, in dem wir für wenig Geld ein leckeres, lokal hergestelltes Mittagsmenu (10 Euro) genießen konnten. Es gab selbst gemachten Ziegenkäse mit Oliven, Salat und Ziegenfleisch. Unbedingt weiter zu empfehlen. Das kleine Restaurant bietet sogar Platz für ein paar Schlafgäste. Es befindet sich links oberhalb des Marktplatzes vor der Kirche.

El Cotillo

Asphaltstraßen gehen in Schotterpisten über – Herzlich Willkommen im Nirgendwo. El Cotillo ist das letzte Städtchen im Norden auf der Westseite Fuerteventuras. Der rustikale Fischerort strahlt ein besonders friedliches Flair aus. Wilde Strände und Lagunen mit weißem, feinen Sand rahmen ihn ein. El Cotillo gilt als das Surfer-Mekka der Insel. Viele Surfcamps haben hier ihren Sitz. Steuert man eine der beliebten Buchten an, kann man sicher sein, dass einem mindestens ein Bus mit Surfbrettern auf dem Dach entgegen kommt.

Wir hatten uns in El Cotillo für eine kleine, feine Airbnb Bleibe entschieden, mit einem Rooftop, so dass wir abends in die Sterne schauen konnten. Aber zu aller erst ging es für uns natürlich an den Strand. Die Lavagesteine erwiesen sich hier nicht nur als wunderschön sondern auch als überaus praktisch, da wir uns durch ihren Schutz, trotz recht starkem Wind, entspannt sonnen konnten.

El Cotillo Fotografen Tipp: Da das Städtchen nicht weit von der Wüste entfernt liegt, lohnt es sich hier ein Shooting mit Model umzusetzen. Die Wege von der Innenstadt zu beeindruckenden Spots sind kurz. Dies wussten wir gut zu nutzen und shooteten Nahe El Cotillo und in den Dünen von Corralejo mit Model Viktoria Banda.

Corralejo

Corralejo

Die Dünen von Corralejo sind das wohl bekannteste Ziel auf Fuerteventura. Das Naturschutzgebiet umfasst ungefähr 11 Kilometer durch die man bequem mit dem Auto fahren und hier und da aussteigen und eine kleine Dünenwanderung machen kann.

Die Dünen liegen auf der Ostseite im Norden Fuerteventuras, südlich gesehen der gleichnamigen Stadt. Befindet man sich mitten im Naturschutzgebiet, wirkt es vom Meer aus gesehen, wie als würde die Welt nur aus einem riesig großen Strand bestehen.

Hier kommt jeder Urlauber oder Reisende auf seine Kosten. Nicht nur aufgrund dieser spektakulären Landschaft – es gibt jede Menge Aktivitäten, wie Jeep Safaris, Mountain Biking, Bootstouren und Fährausflüge nach Lanzarote und die besten Spots für Kiter.

Antigua

Bei einem Spaziergang durch Antigua wurden wir durch ihren pittoresken Charme verzaubert. Besonders ihre Bausubstanz hat mich beeindruckt. Es ist die älteste Stadt Fuerteventuras und besitzt als eine der Sehenswürdigkeiten eine sehr gut erhaltene Windmühle, sowie eine beschauliche Kirche.

Ich empfehle jedoch unbedingt einfach durch die (meist absolut still daliegenden) Straßen zu schlendern und das Flair aufzusaugen. Wir haben uns in Antigua nur durch die Linse unserer Kameras fortbewegt.

Cofete

Cofete ist bislang ganz weit oben auf der Liste meiner Lieblingsorte der Welt. Es führt nur eine nicht enden wollende, immer schmaler werdende Schotterstraße hoch zum Aussichtspunkt über den Nationalpark. Die kleine befestigte Plattform fasst maximal 3-4 Autos, das parken drum herum gestaltet sich durch den Abhang schwierig und ist vor Allem bei starkem Wind nicht zu empfehlen.

Bei unserem ersten gemeinsamen Besuch war der Wind war so stark, dass wir die Türen unseres Mietautos nicht aufbekamen. Die Windgeschwindigkeiten waren so hoch, das uns die Angst packte und wir schnell weiter fuhren. In solch einem Fall geht Sicherheit vor. Jedoch würde ich empfehlen, die Plattform unbedingt wieder an einem anderen Tag aufzusuchen.

Von der Aussicht über den Nationalpark bin ich bis jetzt noch unglaublich stark beeindruckt: unendliche Weite, die Berge auf der einen Seite, die Sonne, die über diese hinweg durch die Wolken bricht, den gelben kilometer breiten Strand vergoldet und das Meer, dessen Wellen so hoch und gewaltig sind, dass ich sie von so weit oben mit bloßem Auge erkennen kann.

Fährt man dann hinunter – bitte ganz vorsichtig, denn es gibt trotz drohendem Abgrund, keine Befestigung – gelangt man zum gleichnamigen Ort, der nur aus ein paar Hütten, einigen Eseln und Ziegen zu bestehen scheint. Es versteckt sich jedoch auch ein kleines schattiges Restaurant, das für Erfrischung sorgt. 15 Menschen wohnen in Cofete und ein Windrad versorgt sie mit Strom.

Ein größeres Anwesen weiter ab gibt es, die Villa Winter, die ein kleines Museum darstellt und das Leben der Bewohner dokumentiert. Die Schotterstraße endet letztlich an einem sagenhaft breiten und kilometer langen Sandstrand, an welchem meterhohe Wellen einschlagen. Neben dem Parkplatz liegt eine versandete Friedhofsruine, die den Eindruck an einem der entlegensten Orte der Welt zu sein, perfekt abrundet.

Faro de Punta Jandia

Faro de Punta Jandia bezeichnet einen von sechs aktiven Leuchttürmen auf der Insel. Er befindet sich an der südlichsten Spitze Fuerteventuras, zu welcher man ab Morro Jable nur noch über eine lange, sich windende Schotterstraße gelangt.

Steht man dann am südlichsten Punkt, wird man von der Abgeschiedenheit übermannt, die hier so present ist wie kaum anderswo: Ein Leuchtturm – der Atlantik – weites, flaches Land  – nichts!
Irgendwo weit entfernt am Horizont, zeichnen sich dann doch die Berge ab, die letztlich etwas Halt geben.

Besonders beliebt in diese Region sind off road Buggy und Quad Touren, die man u.a. in Morro Jable buchen kann. Zu empfehlen ist generell auch ein Tagestrip für Cofete und Faro de Punta Jandia zusammen.

 

Fakten über Fuerteventura

Wassersport

Was hat die Insel zu bieten? Fuerteventura ist ein wahres Surferparadies. Im Atlantik gelegen, bietet es besonders an der Westseite beste Welle. Die ganze Palette des Wassersports ist vertreten: vom Wellenreiten, über Windsurfen bis zum Kitesurfen. Es gibt einige Surfschulen und Wassersportstationen.

Strände

Die Strände sind wirklich wahnsinnig schön aber auf eine weniger karibische Art und Weise. Der Sand ist eher gelb. Sie sind nicht nur Kilomenterlang sondern auch kilometerbreit und zumeist eingerahmt von dunklem Vulkangestein. Es gibt auch schwarze Strände, die zumeist schroffer sind. Wichtig ist, dass man sich ein windschattiges Plätzchen sucht, da der Sand immer wieder vom Wind hochgewirbelt wird.

Unterkunft

Fuerteventura lebt vom Tourismus. Daher reihen sich an einigen guten Stränden die Luxus Hotels und Clubs. In der Hochsaison gibt es viele Allinklusive Urlauber, die den Strand und das Meer vor ihrem Hotel genießen. Interessant ist, dass sie sich kaum für den Rest der Insel interessieren und selten an den wirklich schönen Orten der Insel anzutreffen sind.

Wir haben die Bauklötzer unbeachtet liegen gelassen und uns sehr günstig über Airbnb in eine kleine, einfache Wohnung eingemietet. Der Baustil auf der Insel ist terrassenartig, meist hat ein Haus mehrere Balkons, die Dächer sind flach. So hatte unseres auch eine Dachterrasse von welcher wir am Abend die Sterne betrachten konnten.

Transfer

Es fahren einige Busse über die Insel, doch am besten ist es sich einen Mietwagen auszuleihen und alles auf eigene Faust zu erkunden. Das Fahren auf den breiten Asphaltstraßen macht Spaß. Es erinnert ein Bisschen an Roadtrips durch die USA, da man zeitweise ganz allein durch die ewige Prärie cruist.

Ein kleines Mietauto kostet nicht viel. Wir haben pro Tag 35 Euro gezahlt. Den Mietwagen Service Auto Soto habe ich während meines längeren Aufenthaltes auf Fuerteventura mehrfach genutzt und war immer zufrieden. Es gibt 2 Stationen: eine in Morro Jable und eine in Costa Calma. Die Autos sind gepflegt und sauber, der Kundenservice freundlich. Bei Bedarf wird ein Auto am Flughafen bereit gestellt, so dass man seinen Roadtrip direkt nach Ankunft beginnen kann.

Für kleinere Strecken machen auch Taxifahrten Sinn, vor Allem, wenn man nicht allein unterwegs ist. Ich habe es auch schon öfter erlebt, dass man sich mit anderen Reisenden ein Taxi rein teilt und somit günstig von A nach B kommt.

 

Mein Fazit zu Fuerteventura

Es kommt ganz darauf an was für ein Inseltyp man ist. Manch einer kann der kargen Insel nichts abgewinnen. Meiner Meinung nach hat sie aber mehr zu bieten als nur schöne Strände. Man muss hinter die Fassade blicken, die der Tourismus aufgebaut hat. Abseits der Hotelketten und Luxusclubs finden sich ein äußerst sympathisches Surferflair, fotogene Ortschaften und beeindruckende Landschaften.

Für einen 1-2 wöchigen Urlaub, der Erlebnis und Entspannung verbindet, würde ich Fuerteventura auf jeden Fall empfehlen. Besonders zu zweit oder in einer Gruppe mit Freunden, kann es ein sehr lustiger Trip werden. Viele machen auch Inselhopping und schauen sich noch weitere der Kanarischen Inseln an.

Warum Fuerteventura:

  • Fuerteventura verbindet Aktion und Entspannung. Ob Wassersport, Off Road Buggy fahren, Tauchen oder an riesigen Stränden liegen, baden, Strandspaziergänge machen – für einen abwechslungsreichen Urlaub ist gesorgt.
  • Es gibt landschaftlich einiges zu entdecken: mein absoluter Favorit ist und bleibt Cofete. Der Ausblick über den Nationalpark hat für mich etwas Magisches.
  • Die Dünenlandschaft Corralejo ist ebenfalls ein Muss, vor Allem für jene, die noch nie in einer Sandwüste waren.
  • Man hat immer die Wahl zwischen hübschen, günstigen Airbnb Bleiben (Dachterrasse!) oder doch purem Luxus.
  • Es ist ganzjährig warm (21 – 29 Grad Celsius), es gibt sehr wenige Regentage und auch die Wassertemperatur ist immer angenehm.

Bei dieser Insel scheiden sich die Geister. Wie hast du Fuerteventura erlebt?

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