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Streifzug durch Lindenau / beim Lindenow #13

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Am Wochenende streiften wir durch die Kunstszene im Leipziger Westen, die ihre Türen im Rahmen des Lindenow #13 öffnete. Wir hielten uns besonders entlang der Merseburger und Georg-Schwartz Straße auf. Es war schon dunkel und regnete bereits den ganzen Tag. Die vielen Lichter, Einflüsse, Gesichter – im Regen, auf der Straße oder in den brüchig charmanten Räumlichkeiten, ließen fast wie automatisch folgende Fotoreihe entstehen. Ein kleiner Rückblick auf das Lindenow #13 in Lindenau:

Der Regen multizipliert den Lichterzirkus der sich durch die Straßen von Lindenau zieht. Nasskalt. Magische Lichtpunkte ziehen uns an, laden uns zu immer neuen Konfrontationen ein. Mal provokativ, mal erzählend, mal so stumm, dass wir denken taub zu sein. Wie die Türen sind wir offen, gehen jeden Weg mit. Müssen lachen und singen laut auf der Straße „Radio Reporter verbrennt Disco-Mädchen“ – erschreckend! Berührt und inspiriert, immer unter dem mahnenden Blick der Second-Hand-Schaufensterpuppen tippeln wir im Gegenlicht der nächtlichen Spätikultur dahin.

In den Räumen erfahren wir von Intimität, uns werden Strukturen und Körper präsentiert, die wir so sonst nicht wahrnehmen. Der Facettenreichtum unserer Wahrnehmung wird auf die Probe gestellt, wir sind fasziniert, angeekelt, verwirrt, belustigt. In jedem Raum den wir betreten, herrscht eine neue Stimmung, neue Gesetze für Zeit und Raum. Ein neues Gefühl. Es kommt einfach und es geht wieder, sobald wir uns entschließen weiter zu ziehen.

Wir stocken: „Leben wir für die Zukunft oder leben wir?“ Die Antwort auf diese Frage, ist nicht leicht, denn wir kennen uns und das Streben nach Anerkennung und Angst vor Mittellosigkeit. Was müssen wir uns eingestehen? Befreiend ist dieser Abend jedoch, der genau das Leben unterstreicht. Einfach machen, einfach erleben, einfach sein, einfach – für diesen Moment! Am liebsten würde ich einen dieser Backsteine nehmen und ihn durch das Fenster der Galerie werfen – als Beweis dafür, dass ich es auch kann – LEBEN! Aber nicht an das Danach zu denken, ist doch gar nicht so einfach.

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